Innovationen auf der Innotrans – Eco Rail Innovation (ERI)

Diese Woche wurde auf der Innotrans in Berlin verkündet, dass Forschungsministerin Annette Schavan die Schirmherrschaft für das Gemeinschaftsprojekt „Eco Rail Innovation“ im Rahmen der neuen „Hightech-Strategie 2020 für Deutschland“ übernimmt.

Eco Rail Innovation (ERI) soll als Plattform für innovative technische Lösungen dienen, um das System Bahn ökonomisch und ökologisch weiter zu entwickeln. Projektteilnehmer sind vierzehn namhafte Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn, Siemens, Bombardier, Alstom, der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) oder das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrtechnik (DLR).

An den Rahmenbedingungen für das System Bahn, so die zugrunde liegende Studie („ERI – Herausforderungen für das System Bahn 2020“ ), ändert sich jedoch in den nächsten Jahren nichts. Sie werden im wesentlichen von der nationalen und europäischen Ordnungs-, Verkehrs- und Energiepolitik bestimmt!

Und dennoch – die Lösungen und Innovationen sollen auf den internationalen Markt ausgerichtet sein. Damit dürfte auf der Angebotsseite (für die Bahnen) der richtige Weg gegangen werden – wann jedoch auch auf der Nachfrageseite (bei den Bahnen) die nach meiner Meinung nur sehr schleppend vorangehende Internationalisierung eine größere Dynamik erfährt, das erscheint mir ungewiss.

Die Zahlen sind aus deutscher Sicht positiv – der Güterverkehr in der EU wuchs zwischen 2000 und 2008 jährlich um durchschnittlich 2,1%, der Anteil des Schienengüterverkehres daran schrumpfte in Summe allerdings. Während er in den alten EU-Ländern stabil blieb, wurde der Anteil in Deutschland mit 2,6% Wachstum sogar ausgebaut. Das könnten gute Voraussetzungen für lohnende Investitionen sein, insbesondere da die Prognosen ein weiteres – wenngleich verlangsamtes – Wachstum des Marktanteils der Schiene in Deutschland vorhersagen.

Die Studie schlägt 12 Innovationsfelder zur vertieften Untersuchung vor. Dabei geht es primär um die Entwicklung emissionsarmer und energieeffizienter Komponenten und Antriebssysteme. Lediglich ein Aspekt unter der Überschrift „Steuerung und Betrieb“ ist IT-relevant: „der Zugang zum öffentlichen Verkehr kann durch den Einsatz von IKT erleichtert werden – mit großen Potenzialen für das System Bahn“. Konkrete Ansätze oder Ideen sind dabei nicht erwähnt, es bleibt bei der allgemeinen Aussage, dass die technische Erreichbarkeit von Zügen über UMTS oder WLAN als Grundlage für Nutzung im Bahnbetrieb weit vorangeschritten ist. Ergänzend wird erklärt, dass etwa Assistenz- und nicht Sicherheitssysteme darüber mit aktuellen Daten versorgt werden können.

Spannender aus IT-Sicht liest sich da der Absatz über die Megatrends, in dem es um die Wünsche der Kunden und die Entemotionalisierung der Verkehrsmittel geht. So wird ein steigender Bedarf an „ganzheitlich optimierten und intermodal kombinierten Reise- und Transportketten“ ebenso prognostiziert wie der Bedarf an aktuellen Transportinformationen. Die Kommunikationsmöglichkeiten (mit dem Kunden ebenso wie intern zur Prozessoptimierung), so schließt dieser Absatz der Studie, werden insbesondere den Zugang zum öffentlichen Verkehr erleichtern.

Aus persönlicher Erfahrung als Vielreisender kann ich dem nur beipflichten. Man versuche nur ein paar der stark unterschiedlichen Nahverkehrstarife zu verstehen und zu nutzen. Und auch wenn die Deutsche Bahn seit kurzem Tickets auf dem Handy (MMS) anbietet – dies geschieht lange Zeit nach der Luftfahrt, die hier schon bedeutend weiter ist und das nicht nur in der Umsetzung, sondern auch in der Forschung.

Es gibt also noch viel zu tun!

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